1716Festung Peterwardein
Gestochener Plan der 1716 zwischen Peterwardein und Karlowitz geschlagenen Schlacht
Die Kartusche gibt an, dass Cyriacus Blodner, kaiserlicher Ingenieurmajor, diesen Plan auf dem Schlachtfeld selbst gezeichnet hat: die Aktion vom 5. August 1716 zwischen Peterwardein und Carlowitz, Prinz Eugen von Savoyen gegen den Großwesir. Peterwardein, Kamenitz, Carlowitz, Ratzenstatt und Croaten-Dorff sind entlang der Donau beschriftet, zwei Schiffbrücken führen an das Neusatzer Ufer hinüber, und die Straßen nach Futack und Segedin sind bezeichnet. Der deutsche Bericht links oben zählt 30.000 türkische Tote, das verlassene Lager, die Kriegskanzlei, Kamele und Rossschweife sowie das am 7. August gesungene Te Deum.
Über diesen Ort
Eine habsburgische Sternfestung am rechten Ufer der Donau, zwischen 1692 und 1780 auf einem seit der Antike befestigten Platz erbaut: die Römer hielten hier Cusum, es folgte eine mittelalterliche Festung, und Zisterziensermönche unterhielten im 13. Jahrhundert ein Kloster auf dem Hügel. Unter ihren Mauern schlug Prinz Eugen von Savoyen am 5. August 1716 ein weit größeres osmanisches Heer. Die Festung, Gibraltar an der Donau genannt, verbirgt etwa 16 Kilometer unterirdischer Konterminengänge, die 1764-1776 gegraben wurden. An ihrem Uhrturm sind die Zeiger vertauscht, der große Zeiger zeigt die Stunden, damit Fischer auf der Donau die Zeit aus der Ferne ablesen konnten. Die Festung steht noch über dem Fluss und beherbergt das Stadtmuseum von Neusatz.
Auf der Karte
Kurtze Beschreibung der Bataille und Erklarung der Buchstaben. Nachdem die Turcken mit einer Macht von 200000. Mann uber die Sau gesezt, machten sie wieder das alte Caprarische mit der Kayserl. Infanterie besezte Retrenchement bey Peterwardein, davon das inere mit A das ausere mit B. bezeichnet, ihre feindliche Approchen u. Batterien C. den 2. 3. u. 4. Augusti. Derowegen Ihro HochFurstl. Durchl. Prinz Eugenius, nachdem Sie das unter Ihro Durchl. Pr. Alexander vo Wurtemberg bey Segedin gestandene Corpo an sich gezogen, sich entschlossen, die Unglaubige mit Gott anzugreiffen; welches auch d. 5.ten erfolgt, da sich D. der Kayserl. Lincke Flugel Cavallerie auf den Wiesen fruh am Tag formiert, u. E. die feindliche Cavallerie attaquiert u. sie bis in ihr Lager u. Wagenburg verfolgt; nachdem F. die Kayserl. Infanterie unter dem Printz Alexander denen Ianitscharen bey dem Galgen in ihren Approchen in die Flanquen komen, u. zu erst attaquiert. Als aber G. die Kayserl. Infant: aus dem Retranchemet gefallen, u. die Ianitscharen aus den Approche gejagt, wurde sie starck repoussiert, bis selbige wiederum durch H. die Kayserl. Cavall: vo rechte Flugel Souteniert, der Feind wieder aus dem Retranchemet getriebe u. in die Flucht gebracht worde. Darauf I. die Turkische Infant: u. Cavall: durch die Thaler gejagt, u. obe am Berg bey K. vo dem rechte Flugel der Kayserl. Cavall: chargiert, u. in ihr Lager verfolgt worde. Sodan erfolgte L. die vollige Flucht des Feindes, mit hinterlassung des gantze Lagers, Bagage, Stuck, Munition, u. Kriegs-Canzley, viler 1000 Buffel auch Cameele, Fahne u. Rossschweiff, u. auf die 30000. Todte, darunter d' Gros-Vezier selbst, da Kayserl. seits nur 3. bis 4000. daruber gienge. Nach der Schlacht postierte sich die Kayserl. Cavall: bey M. die Infanterie aber bey N. die Turcke aber retirierte sich nach Belgrad. d. 6. Aug. gieng die Armee wieder uber die Donau u. bezog das Lager u. d. 7. celebrierte man das Te Deum Solenniter.
- Datum
- 1716
- Koordinaten
- 45.25250, 19.86250
- Quelle
- Europeana /267/11945
- Nachweis
- Digital Library Trentino via Europeana
- Lizenz
- Gemeinfrei
- Größe
- 4680 × 6004 px
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